©2019 Dipl.-Psych. Helene Kellner

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Behandlungsphilosophie & Schwerpunkte

Meine Behandlungsphilosophie

Die Basis für eine Behandlung stellt die Beziehung zwischen Therapeut*in und Klient*in dar. Veränderungen können nur dann stattfinden, wenn Sie sich verstanden, wohl und ernst genommen fühlen. Das ist mir wichtig. Jeder Mensch hat individuelle Ziele, Wünsche und Befürchtungen, die wir in den Sitzungen aufgreifen und berücksichtigen.
Die Orientierung an wissenschaftlich gut belegten Verfahren und Methoden ist mir dabei genauso wichtig wie Ihre individuellen Anliegen. Ich orientiere mich sowohl an den klassischen Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie als auch an neueren Verfahren. Dazu zählen achtsamkeitsbasierte Ansätze, Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) sowie Schematherapie. 
Respekt, Offenheit und Transparenz sind die Säulen meiner Arbeit. So schaffe ich eine Begegnung auf Augenhöhe, eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre und ermögliche Ihnen eine aktive Mitgestaltung des Therapieprozesses. 
Gemeinsam werden wir die für Sie und Ihre Ziele passende Methode finden.

Meine Behandlungsschwerpunkte

Als approbierte psychologische Psychotherapeutin und Verhaltenstherapeutin liegt mein Schwerpunkt in der Behandlung psychischer Störungen mittels wissenschaftlich anerkannter Methoden.

Neben der Behandlung der häufigsten psychischen Erkrankungen Depression, Burnout, Angststörungen und Anpassungsstörungen (die in Folge einer außergewöhnlichen Belastungssituation, wie Mobbing, Tod, Arbeitsplatzverlust oder Trennung entstehen) liegt mein Behandlungsschwerpunkt durch umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Essstörungen (inkl. Adipositas) und Zwangsstörungen. Bei beiden Störungsbildern ist es nicht nur wichtig die Symptombelastung durch vordergründige Verhaltensstörungen zu reduzieren, sondern auch die dahinterliegenden und an der Entstehung der Störung maßgeblich beteiligten Faktoren zu modifizieren.

Methodisch liegt mein Schwerpunkt neben den klassischen Strategien der Verhaltenstherapie (z.B. Expositionsbehandlung, funktionaler Umgang mit störenden Gedanken, Einüben gesundheitsförderlicher Routinen) auf achtsamkeitsbasierten Ansätzen sowie Elementen aus der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT).
Unabhängig von meinen Schwerpunkten ist es mir wichtig, den Menschen in seiner*ihrer Individualität wahrzunehmen und ein auf jede*n Einzelne*n zugeschnittenes Behandlungskonzept zu entwickeln. Ich möchte Sie bei der Umsetzung Ihres persönlichen Lebenskonzepts unterstützen, statt nur "Diagnosen zu behandeln".

Achtsamkeit

Viele Klienten*innen kommen zu mir in die Praxis und berichten schon gut verstanden zu haben, was sie anders machen möchten oder wo ihr vermeintliches Problem liegt, aber trotzdem immer noch nach den immer gleichen Mustern zu handeln. Andere wiederum verstehen nicht, wieso es ihnen immer wieder schlecht geht. Für diese und andere Themen (siehe unten) bietet die Praxis der Achtsamkeit einen sinnvollen Umgang. Denn wer sich im Alltag seiner Impulse und Bedürfnisse bewusst ist, kann die Entscheidung darüber, welches Verhalten er oder sie zeigen will, ebenso bewusst treffen.

Hier lesen Sie, was Achtsamkeit ist und wie genau Achtsamkeit bei diesen Fragestellungen helfen kann.

Achtsamkeit ist einerseits ein uraltes und andererseits ein brandaktuelles Thema. Seinen Ursprung hat die Achtsamkeit in der Jahrhunderte alten Tradition des Buddhismus. In der Medizin und Psychotherapie bzw. in unserer westlichen Kultur ist Achtsamkeit erst Mitte des 20. Jahrhunderts angekommen und erregt seitdem starke Aufmerksamkeit in Forschung und Praxis. Dabei sind die Arbeiten von Jon Kabat-Zinn, der das wohl wichtigste „Achtsamkeits-Programm“, die achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung (mindfulness based stress reduction, MBSR), und die ersten Stressbewältigungskliniken (stress reduction clinics) in den USA gründete, von großer Bedeutung. Mittlerweile ist Achtsamkeit ein wichtiger Bestandteil verschiedener Therapieansätze in der kognitiven Verhaltenstherapie, wie der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT nach Hayes), der achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie (MBCT nach Seagl & Teasdale) und der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT nach Linehan).

Kabat-Zinn definiert Achtsamkeit als „offenes, nicht urteilendes Gewahrsein, von Augenblick zu Augenblick“. Es handelt sich also um eine Fähigkeit, die mittels verschiedener Achtsamkeits-/Meditationstechniken, geschult und gefördert werden kann. Ziel dabei ist es, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren, was da ist, ohne es zu bewerten. So können Sorgen über die Zukunft oder Grübeleien über die Vergangenheit reduziert werden. Man lernt, zu akzeptieren, was unveränderlich ist und Veränderbares frühzeitig und bewusst wahrzunehmen. Deshalb ist Achtsamkeit für mich die Basis jeder Veränderung. 

Auch in der Forschung konnte gezeigt werden, dass regelmäßig praktizierte Achtsamkeit die Funktion des Gehirns positiv beeinflussen, Emotionen kontrollierbarer machen sowie die Resilienz/Widerstandskraft und die Lebensqualität verbessern kann. Das MBSR-Programm von Kabat-Zinn wurde dabei am häufigsten untersucht. Aktuelle Forschungsergebnisse können Sie hier einsehen: http://www.mbsr-verband.de/mbsr-mbct/forschung.html

Im psychotherapeutischen Kontext ist v.a. der Befund, dass die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie das beste Mittel zur Rückfallprophylaxe bei wiederkehrenden Depressionen ist, von großer Bedeutung. 

Auch für mich persönlich stellt die tägliche Achtsamkeitspraxis in Form von der Gründung einer Meditationgruppe, Sitzmeditation und Yoga eine große Bereicherung und einen Teil meiner Lebensqualität dar. Statt dem Glück hinterherzulaufen und es in der Zukunft zu suchen, gibt es im Moment der Achtsamkeit nichts zu tun und nichts zu erreichen. Ich bin einfach nur ganz da, ganz im Sein, ganz im Hier und Jetzt. So kann ich auch meine therapeutische Haltung schulen: Unvoreingenommen und vorurteilsfrei in jedem Moment mit Ihnen gegenwärtig zu sein.

Achtsamkeit kann beispielsweise bei folgenden Fragestellungen hilfreich sein:

  • Stressresistenz: "dickeres Fell kriegen"

  • bessere Impulskontrolle, z.B. bei Wutausbrüchen oder Essanfällen

  • sich selbst und die eigenen Gefühle und Bedürfnisse besser wahrnehmen und verstehen

  • zufriedenstellende Beziehungen führen

  • Konzentration und Leistungsfähigkeit verbessern

  • schädliche Gewohnheiten früher erkennen und dadurch leichter unterbrechen können

  • Etablierung einer liebevollen, verständnisvollen und geduldigen Haltung sich selbst gegenüber (an Stelle von Selbstvorwürfen und –Kritik)

  • Förderung der Akzeptanz von Nicht-Veränderbarem, z.B. chronischen körperlichen Erkrankungen